Licht 2.0
Wir installieren ein Bus-System

Nov
06

Forscher an der Universität Granada haben eine künstliche Intelligenz entwickelt, die vergesslichen Hausbewohnern dabei helfen soll, sich an wichtige Dinge zu erinnern. Das Computerprogramm wird dabei von Sensoren unterstützt, die über die Räume verteilt sind und die Bewegungen der Menschen aufzeichnen. Zusätzlich sind alle Objekte, die häufig benutzt werden, mit RFID-Etiketten ausgerüstet und senden bei Berührung ein Signal zu einem zentralen Computer.

2009-07-22 Self-portrait 060

Die Daten, die über die Sensoren und die RFID-Etiketten gesammelt werden, stellen für die künstliche Intelligenz die Grundlage dar, um zu „lernen“, was ein normaler und typischer Tagesablauf ihrer Menschen ist. Das System erstellt damit Listen von verknüpften Handlungen:  „Das Haus verlassen“ wird zum Beispiel mit “ die Schlüssel mitnehmen“ und „das Handy mitnehmen“ kombiniert. Wer hinausgehen will und eines dieser Objekte einmal nicht dabei hat, der wird über einen Alarm auf einem kleinem tragbaren Gerät daran erinnert, das er etwas Wichtiges vergessen hat.

Das System ist weitgehend nicht-invasiv, es kommt ohne Kameras und Mikrophone aus und zwingt seine Benutzer nicht dazu, sich mit neuer Technik auseinanderzusetzen oder irgendetwas an ihrem Tagesablauf zu ändern. Seine Entwickler wollen es im Rahmen des Ambient Assisted Living vor allem für Senioren einsetzen, die möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben wollen, aber geistig vielleicht nicht mehr ganz frisch sind. Praktisch wäre es aber sicher auch für jüngere Menschen :-) .

Nov
05

Jahrhundertelang wurden bei Kamelrennen in den Golfstaaten kleine, ungefähr vier Jahre alte, Jungen als Jockeys eingesetzt. Diese Kinder wurden ihren verarmten Eltern regelrecht abgekauft, wenn sie nicht überhaupt gleich in die Sklaverei entführt wurden. Durch ihr geringes Gewicht und ihre geringe Körpergröße waren sie keine große Last für die Tiere, die mit ihnen am Rücken besonders schnell laufen konnten. Sie wurden nur mangelhaft ernährt, damit sie klein und leicht blieben, wurden regelmäßig Opfer von Verletzungen und Mißbrauch und hatten keinen Zugang zu Schulbildung.

Anfang des 21. Jahrhunderts stieg der internationale Druck auf die Golfstaaten, diese menschenunwürdige Praxis zu beenden. Mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar gibt es in der Region seit 2002 beziehungsweise 2005 immerhin zwei Länder, die diesen Aufruf wirklich in ein Verbot für Kinderjockeys umgemünzt haben. Als Ersatz für die kleinen Kinder kommen dort jetzt Roboter als Jockeys zum Einsatz.

Die Roboterjockeys sind nur zwei bis drei Kilo schwer und mit einem Preis von ein paar Hundert Dollar relativ günstig in der Anschaffung. Sie werden direkt auf den Kamelrücken geschnallt, von wo aus sie ihr Reittier mit einer rotierenden Peitsche zu Höchstleistungen anspornen. Gesteuert wird all das über eine Fernbedienung und zwar meistens von einem Fahrzeug aus, das neben den gallopierenden Wüstenschiffen herfährt.

Nov
04

In der Ökostadt Masdar City werden intelligente Haushaltsgeräte getestet, die direkt mit dem Smart Grid vernetzt sind und sich nur dann einschalten, wenn das von Seiten der Energierzeugung her gerade sinnvoll ist. Produzieren das Solarkraftwerk und die Windkraftwerke viel Strom, der nicht anderweitig verbraucht wird, dann nehmen Waschmaschinen und andere energiehungrige Elektrogeräte ihre Arbeit auf. Ist die Versorgung dagegen gerade knapp, weil zum Beispiel gerade alle von der Arbeit heimgekommen sind und ihr Abendessen kochen, dann wird eben keine Wäsche gewaschen. Das alles wird direkt über das Smart Grid automatisch gesteuert, die Geräte kommunizieren über Funk mit dem Stromnetz.

So weit so klar, ich habe ja bereits vor zwei Wochen darüber geschrieben. Was mir allerdings neu war: Auch bei uns in Österreich könnte so etwas schon in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Smart Metering kommt ja dank EU Vorgaben ohnehin in alle Haushalte, intelligente Zähler müssen in den nächsten Jahren installiert werden. Echelon und Eaton wollen da nun eine Komplettlösung bereitstellen, welche die Messsysteme mit der Haustechnik verbindet. Dadurch wird nicht nur ein Überblick über den aktuellen Verbrauch möglich, sondern darüber hinaus eine direkte Kommunikation zwischen den Stromanbietern und den Haushalten.

All Lined Up

Für die Stromanbieter hat das den Vorteil, dass sie einen viel genaueren Überblick darüber bekommen, wieviel Strom gerade in einer Region verbraucht wird und etwa zeitnah Kraftwerke hochfahren können. Außerdem wird so ein besseres Lastmanagement möglich, Spitzenlasten können reduziert werden, es muss weniger Strom aus dem Ausland importiert werden, wenn unsere eigenen Kapazitäten besser genutzt werden. Kleine, regionale Energieversorger können besser ins Netz eingebunden werden, alternative Energien besser genutzt werden, und die Netzinfrastruktur kann schlank gehalten werden, auch wenn der Energieverbrauch insgesamt ansteigt.

Was bringt das aber uns als Kunden? Möglicherweise viel, wenn es gleichzeitig eine flexible Tarifgestaltung gibt. Dann würde es sich nämlich auszahlen, dass unsere Waschmaschine auf ein Signal aus dem Smart Grid hin automatisch eingeschaltet wird, wenn die Erzeuger gerade Überschüsse produzieren und ihren Strom deswegen billig hergeben. Das wäre dann eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten :-) .

Okt
29

Als Ubiquitous Computing oder Rechnerallgegenwart wird die Durchdringung aller Lebensbereiche mit rechnergestützter Informationsverarbeitung bezeichnet. Das Wort ist teilweise synonym mit dem Begriff Internet der Dinge, aber noch umfassender in seiner Bedeutung, weil es als Konzept die ganze Interaktion zwischen Mensch und Maschine beinhaltet und nicht nur die Seite der „Hardware“.

Ubiquitous Computing

Wenn es nach dieser Vision geht, dann sollen Gegenstände in unserer Umgebung zunehmend mit Computerintelligenzen ausgestattet und untereinander vernetzt werden. Wir als Benutzer dieser Gegenstände sollen uns aber deswegen nicht ständig mit komplizierten Bedienungsanleitungen für jedes dieser Objekte herumplagen müssen, sondern uns im Optimalfall gar nicht großartig darum kümmern müssen, dass wir es mit intelligenten Gegenständen zu tun haben, weil die Handhabung so intuitiv aufgebaut ist oder die Gegenstände überhaupt gleich automatisiert funktionieren und uns helfen. Als Beispiel dafür soll an dieser Stelle wieder einmal der oft von mir zititierte intelligente Kühlschrank herhalten, der selbstständig Menüvorschläge aus den vorhandenen Lebensmitteln zusammenstellt und seine Besitzer warnt, wenn ein Produkt sein Ablaufdatum erreicht.

Mark Weiser, der Erfinder des Ubiquitous Computing, meinte: „Im 21. Jahrhundert wird die technologische Revolution das Alltägliche, Kleine und Unsichtbare sein.“ Nach der Ära der riesigen Großcomputer der ersten Jahre, an denen viele Forscher gemeinsam arbeiteten, und der Ära der Personal Computer, wo jeder an einem eigenen Rechner arbeitet, soll nun mit der Rechnerallgegenwart eine dritte Ära beginnen, in der viele Computer für einen Menschen arbeiten. Nachdem ich gerade gestern Terminator 4 auf DVD abgesehen habe, erzeugt diese Vorstellung zumindest ein paar paranoide Gedanken in meinem Kopf :-) .

Okt
28

Erinnert ihr euch noch an BigDog, den Militärroboter auf vier Beinen, der trittfest durch allerlei unwegsames Gelände marschiert und sich selbst durch einen gezielten Stoß von der Seite nicht umwerfen lässt? Boston Dynamics, die Entwickler von BigDog,  haben jetzt ein Video von einem weiteren Prototypen ins Netz gestellt.

Der neue Roboter heißt Petman und ist ein Zweibeiner mit richtigen Füßen. Beim Gehen setzt er zuerst die Ferse auf und rollt den Fuß dann über die Zehen ab, genauso wie ein Mensch. Er ist ähnlich trittsicher wie BigDog und fällt auch nicht gleich bei jeder Berührung um, und mit immerhin 5 km/h ist er außerdem recht flott unterwegs und könnte locker mit Soldaten mitmarschieren.

Bei der Army wird Petman´s Job aber erst einmal darin bestehen, Schutzkleidung gegen chemische Waffen zu testen. Bei diesen Experimenten wird er sich im Schutzanzug laufend und kriechend herumbewegen und sogar Gymnastikübungen machen, die das Material besonders belasten. Nebenbei kann Petman auch die Temperatur und Luftfeuchtigkeit innerhalb der Schutzkleidung variieren und so einen menschlichen, schwitzenden Körper simulieren. Die Entwickler des Projekts Robocup können sich da glaube ich einiges abschauen :-) .

Okt
28

Miriam hat mir im September diesen Kommentar bei einem Beitrag übers Vereinshaus hinterlassen: „Ich würde mich freuen, wenn du mal Room Manager und Home Manager gegenüberstellen würdest, sodass man deutlich die Vorteile oder Anwendungsgebiete von beiden aber auch die Nachteile oder Grenzen von ihnen vor sich hat.“ Ich lebe, um zu dienen, deswegen versuche ich dieser Bitte nun Folge zu leisten :-) .

Der Home-Manager kann umfangreich und individuell programmiert werden, er geht mehr in die Tiefe als der Room-Manager. Er ist ein Steuergerät für die komplette Elektroinstallation, für Licht, Beschattung und den gesamten Heizbereich, also die Heizung inklusive der Heizungsanlage. Damit lassen sich zum Beispiel eine Hackschnitzelanlage und eine thermische Solaranlage aufeinander abgestimmt betreiben, so dass nur dann Holz verfeuert wird, wenn die Sonnenstrahlen zu wenig Energie erzeugen. Theoretisch unbegrenzt vielen Räumen können Beschattungsszenarien zugewiesen werden und Zeitprofile für die Heizung, die festlegen, wann welche Temperatur herrschen soll.

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Der Room-Manager hat dagegen vorprogrammierte Applikationen, er ist auf die wichtigsten Funktionen in einer Wohnung ausgelegt. Er kann keine ganze Heizungsanlage steuern, aber wohl die Temperatur in bis zu drei Zonen (wie zum Beispiel Wohnräume, Schlafräume, Bad) und den Sonnenschutz in ebenfalls drei Zonen. Er ist sozusagen der kleinere Bruder des Home-Managers mit weniger umfangreicher Funktionalität. Nur für den Room-Manager gibt es von Moeller außerdem das Energie-Controlling-Paket (Smart Metering für die eigenen vier Wände) und ein Sicherheitspaket (Gefahrenwarnanlage mit Überwachung in zwei Zonen und Alarmmeldungen) – beide Funktionen müssen aber extra freigeschalten werden.

Okt
23

Kommenden Sonntag, den 25.10.2009 um genau 3:00 Uhr in der Früh wird wieder die Zeit umgestellt. Die Uhren werden eine Stunde zurückgestellt, die Nacht beginnt dann wieder eine Stunde früher und wir müssen damit leben, dass es schon nachmittags dunkel wird. Mich gruselt jetzt schon.

Das einzig Gute an der Zeitumstellung ist vielleicht, dass sich dabei eine gute Gelegenheit ergibt, den FI-Schalter zu überprüfen. Es mag ja da draußen Menschen geben, die das nur alle heiligen Zeiten (wobei ich mich da auch durchaus als schwarzes Schaf sehe) oder überhaupt nie tun. Die Ausrede, dass alle digitalen Uhren auf dem Radiowecker, der Mikrowelle und sonst wo nach dem Testen extra neu eingestellt werden müssen, gilt aber dieses Wochenende nicht, weil das ja wegen der Winterzeit sowieso getan werden muss.

Laut der Landesinnung der Elektrotechniker waren Defekte an ungeprüften FI-Schutzschaltern in den letzten Jahren an fast allen tödlichen Stromunfällen Schuld. Regelmäßige Tests sind sogar laut Gesetz vorgeschrieben und im Fall eines Unfalls lässt sich auch im Nachinein feststellen, ob diese Checks wirklich durchgeführt wurden -  Mit einmal Prüfknopf drücken lässt sich also einiges an Ärger vermeiden. Also, viel Erfolg beim Klicken wünsche ich :-) .

Okt
21

Laut einer Studie von Osram haben LEDs der neuesten Generation eine weit bessere Ökobilanz als Glühlampen. Dieses Ergebnis steht auch dann zu Buche, wenn nicht nur der Wattverbrauch der Lampen miteinander verglichen wird, sondern auch dann, wenn der gesamte Lebenszyklus untersucht wird.

Dass LEDs weit weniger Energie verbrauchen als Glühlampen, um dieselbe Lichtausbeute zu erreichen, ist ja nichts Neues. Gut, es mag Leute geben, die darin keinen großen Vorteil sehen, weil die Beleuchtung im Haushalt ohnehin nur einen kleinen Anteil am gesamten Stromverbrauch ausmacht. Manche von diesen Menschen überzeugt vielleicht eher, dass LEDs auch in allen anderen Bereichen umweltfreundlicher sind.

Weniger als 2 Prozent der eingesetzten Energie wird nämlich für die Produktion der Leuchtmittel eingesetzt und über 98 Prozent während der Nutzung verbraucht. LEDs haben in dieser Rechnung aber den klaren Vorteil, dass sie eine 25 mal so hohe Lebensdauer wie Glühlampen haben. Würde eine Glühlampe auch 25.000 Stunden brennen, dann wäre der Anteil der in der Produktion eingesetzten Energie viel geringer als bei Leuchtdioden. Da das nicht der Fall ist, können LEDs auch in diesem Bereich mithalten.

Während der Nutzung verbrauchen Glühlampen aber gut 5 mal so viel Energie wie LEDs oder Kompaktleuchtstofflampen, wodurch sie dann insgesamt eine weit schlechtere Bilanz aufweisen. Hurra hurra :-) .

Okt
09

Masdar City

Masdar City, das ist ein Prestigeprojekt des Emirates Abu Dhabi, eine hypermoderne Ökostadt in der Wüste. Einige der ersten Bewohner dieser Wundersiedlung werden an einer Echtzeitstudie über die Wirksamkeit von intelligenten Haushaltsgeräten teilnehmen. Der intelligente Kühlschrank wird also endlich unter realen Wohnbedingungen erforscht werden, wenn auch in einer etwas anderen Form als bisher :-) .

Gebäudeautomation spielt in der Zukunftsstadt eine große Rolle, energiehungrige Geräte wie Waschmaschinen werden dort direkt mit dem Smart Grid kommunizieren und nur dann eingeschaltet werden, wenn der allgemeine Stromverbrauch das zulässt. Das sorgt für eine gleichmäßigere Auslastung des Stromnetzes, was bei der Nutzung von erneuerbaren Energien besonders wichtig ist. In Masdar City erzeugen nämlich ein Solarkraftwerk und Windkraftwerke Strom und die liefern nicht über den ganzen Tag eine konstante Energiemenge, wie das zum Beispiel bei Atomkraftwerken der Fall ist.

Die Übertragung der Daten zwischen dem intelligenten Stromnetz und den Haushaltsgeräten funktioniert dabei drahtlos per Funkverbindung. Solange die Bewohner nicht selbst Einstellungen überschreiben, werden ihre Smarthomes im ständigen Austausch mit dem Smart Grid automatisch alle Elektrogeräte immer so steuern, dass viel geringere Verbrauchsspitzen als bei anderen Städten dieser Größenordnung entstehen.

Dieser Ansatz könnte dann irgendwann in zehn oder 20 Jahren auch bei uns flächendeckend umgesetzt werden, wenn das alles in der Praxis auch so gut klappt wie in der Theorie :-) .

Okt
08

mecaHome+ von Metz, das ist jener Hightech Fernseher, der mit verschiedenen Komponenten aus dem XComfort System von Moeller verbunden werden kann und sich so zur Steuerung von Funktionen der Gebäudeautomation und zur Überwachung des Eigenheims eignet. Ich habe bereits im Juli über dieses „Wunderding“ geschrieben.

Wie das System in der Wirklichkeit aussieht, das zeigt dieses Video von der IFA 2009. Die Kameraführung und der knorrige Interviewer wirken zwar etwas amateurhaft, aber es ist dennoch nicht uninteressant :-) .